Tag 3:
Heute einen Termin gehabt... Schiffahrt. Raus zum Leuchtturm und zurück, stand auf dem Programm. Dazwischen Fischfang live mit anschließender Kochung, bzw. Räucherung des Fanges. An sich alles sehr spannend und interessant. Aber das extrem langsame Fahren mit dem Schiff hat mich genervt. Ich bin binärer Bootsführer – eins oder null, Vollgas oder Halt.
Die Kinder waren begeistert – durften kleine wehrlose Fischchen und Krabben anfassen, die im Netz gelandet waren.
Ärgerlich, dass mein Netbook des öfteren den Dienst versagt. Aber was will man von Hardware für 300,- Euro auch erwarten. Bin froh, das Ding ohne Windows zu fahren. Dann wäre es sicher schon längst aus dem Fenster geflogen. Ach, Zeit mit ausschließlich Apple-mäßig stabil laufenden Rechnern, wann kommst Du?
Nein, der Urlaub verliert nichts an der Beschaulichkeit. Oben genanntes ist wirklich alles, was es zu berichten gibt.
Ach ja – und heute bin ich fast frustfrei mit dem Lenkdrachen unterwegs gewesen. Ausreichender Wind, die richtige Wickeltechnik für die Leine und etwas mehr Wissen um die Abwinde hinterm Deich. Dabei muss allerdings das „fast“ hervorgehoben werden. Im Vergleich mit den anderen Lenkmatten, die ich am Himmel über dem Strandbad beobachten durfte, ist meiner erstaunlich instabil und erreicht gerade eben mal einen Flugwinkel von maximal 40 Grad. Es macht wohl doch einen Unterschied, ob ich einen Drachen für 17,- Euro oder einen für 59,- Euro kaufe. Ich beschließe, das mit dem Drachenhobby zu bedenken, wenn ich die Windverhältnisse im nahenden Herbst kenne.
Urlaub mit Eltern und Schwiegereltern ist weniger anstrengend, als befürchtet. Man braucht nur die Unaufdringlichkeit des jeweils anderen Elternpaares als Tugend darzustellen und es klappt. Wobei ich mich ohnehin nie über meine Eltern beschweren würde. Auch objektiv betrachtet bin ich mit ihnen in jeder Hinsicht privilegiert. Das aber ist ein anderes Thema.
Das mit dem einfachen Drachen beschäftigt mich. Ein einfaches Hobby mit wenig folgekosten. Und doch sehe ich andere, die einen besseren Drachen besitzen und ich denke an Nachrüstung. Ist das das Problem? Oder bin ich das Problem? Oder ist die Evolution das Problem, die mich zu dem gamacht hat, was ich bin?
Vielleicht schaffe ich morgen, mein Drehbuch zu lesen. Ich könnte die erste Fassung fertigstellen. Dann wären die zusätzlichen Ideen einzubauen, die ich in der Zwischenzeit hatte, um in einer dritten oder vierten Fassung die Form zu vollenden, die Dramaturgie herauszufeilen und …
… aber vielleicht passiert morgen auch nichts von alledem, weil ich ja wieder keinerlei Pläne habe :-)
Donnerstag, 1. September 2011
Mittwoch, 31. August 2011
Neuer Eintrag, Nordseeurlaub
An der Wesermündung:
Tag 2:
So einfach ist das also: aufstehen, frühstücken, sein. Keine Termine, keine langfristigen Planungen (von der Zugkarte für die Heimfahrt einmal abgesehen, was aber keinen unerfreulichen Termin darstellt, da wir dank eines Sonderangebotes erster Klasse fahren).
Nun, sowas ist also Urlaub. Seit Florida – das ist nun wirklich schon viele, viele Jahre her (über 15 bestimmt) – hatte ich keinen mehr. Urlaub. Ein abstraktes Wort, bei dem mir gerne Palmen und Sandstrände in den Sinn kommen. Naja, Sand gibt’s hier auch. Und Palmen sicher ebenfalls, in mäßig geschmackvoll eingerichteten Wohnungen...
Hier gibt’s Strandhafer, der auf dem Deich wächst, hier gibt’s Wind, der jede Bemühung, sich Morgens eine Frisur zuzulegen, ad absurdum führt, hier gibt’s Regen, der nur so lange anhält, bis man die Drachenleine eingeholt, den Drachen verstaut und die Fahrt zurück in die Pension angetreten hat.
Apropos Drachen: wer glaubt, das Drachen steigen zu lassen, ein lustiger Spaß für die ganze Familie ist, der irrt gewaltig! Es handelt sich dabei um nichts weniger als eine Wissenschaft. Hallo? Immerhin werden in dieser Disziplin Europameisterschaften ausgetragen. Warum sollte also mein erster richtiger Tag als Kite-Fan erfolgreich und ohne Frust verlaufen??
Meine Annahme, dass ein Deich den Wind nach oben zwingt und somit auch meine Lenkmatte (Parafoil steht auf der Verpackung) mit in große Höhen reißt, beruhte schlicht auf der Ignoranz des Umstandes, dass der Wind auf der anderen Seite des Deichs auch wieder runter muss. Kurz nachdenken hätte genügt. Aber viele erniedrigende versuche, meinen Kite in die Luft zu reißen fördern die Erkenntnis auch. Es dauert nur länger und schadet dem Familienfrieden nachhaltiger (auch wenn Nachdenken an sich ebenfalls so manchen faulen Frieden beenden kann, was aber wohl zu weit führt und auch nicht hierher gehört).
Auf jeden Fall sind es nicht nur sanfte Abwinde, die auf der leeseitigen (lee (die dem Wind abgewandte Seite von irgendwas) ist das Gegenteil von luv (die eben dem Wind zugewandte Seite von demselbigen)) Deichfront den Kite nach unten befördern, wie ich im Internet recherchieren konnte, sondern teuflische Wirbel, die ihn vielmehr in den Abgrund reißen. Also freie Wiese suchen.
Nun, ansonsten gibt’s nicht viel zu sagen... ausser, dass es angenehm langweilig ist. Und das meine ich nicht ironisch. Ich stehe total auf die völlige Abwesenheit von irgendwelchen Attraktionen...
Wir werden sehen.
Tag 2:
So einfach ist das also: aufstehen, frühstücken, sein. Keine Termine, keine langfristigen Planungen (von der Zugkarte für die Heimfahrt einmal abgesehen, was aber keinen unerfreulichen Termin darstellt, da wir dank eines Sonderangebotes erster Klasse fahren).
Nun, sowas ist also Urlaub. Seit Florida – das ist nun wirklich schon viele, viele Jahre her (über 15 bestimmt) – hatte ich keinen mehr. Urlaub. Ein abstraktes Wort, bei dem mir gerne Palmen und Sandstrände in den Sinn kommen. Naja, Sand gibt’s hier auch. Und Palmen sicher ebenfalls, in mäßig geschmackvoll eingerichteten Wohnungen...
Hier gibt’s Strandhafer, der auf dem Deich wächst, hier gibt’s Wind, der jede Bemühung, sich Morgens eine Frisur zuzulegen, ad absurdum führt, hier gibt’s Regen, der nur so lange anhält, bis man die Drachenleine eingeholt, den Drachen verstaut und die Fahrt zurück in die Pension angetreten hat.
Apropos Drachen: wer glaubt, das Drachen steigen zu lassen, ein lustiger Spaß für die ganze Familie ist, der irrt gewaltig! Es handelt sich dabei um nichts weniger als eine Wissenschaft. Hallo? Immerhin werden in dieser Disziplin Europameisterschaften ausgetragen. Warum sollte also mein erster richtiger Tag als Kite-Fan erfolgreich und ohne Frust verlaufen??
Meine Annahme, dass ein Deich den Wind nach oben zwingt und somit auch meine Lenkmatte (Parafoil steht auf der Verpackung) mit in große Höhen reißt, beruhte schlicht auf der Ignoranz des Umstandes, dass der Wind auf der anderen Seite des Deichs auch wieder runter muss. Kurz nachdenken hätte genügt. Aber viele erniedrigende versuche, meinen Kite in die Luft zu reißen fördern die Erkenntnis auch. Es dauert nur länger und schadet dem Familienfrieden nachhaltiger (auch wenn Nachdenken an sich ebenfalls so manchen faulen Frieden beenden kann, was aber wohl zu weit führt und auch nicht hierher gehört).
Auf jeden Fall sind es nicht nur sanfte Abwinde, die auf der leeseitigen (lee (die dem Wind abgewandte Seite von irgendwas) ist das Gegenteil von luv (die eben dem Wind zugewandte Seite von demselbigen)) Deichfront den Kite nach unten befördern, wie ich im Internet recherchieren konnte, sondern teuflische Wirbel, die ihn vielmehr in den Abgrund reißen. Also freie Wiese suchen.
Nun, ansonsten gibt’s nicht viel zu sagen... ausser, dass es angenehm langweilig ist. Und das meine ich nicht ironisch. Ich stehe total auf die völlige Abwesenheit von irgendwelchen Attraktionen...
Wir werden sehen.
Montag, 29. August 2011
Urlaub an der Nordsee, Tag 1b
An der Wesermündung:
Urlaubstag 1(b):
Nach 2 Tagen Anreise, 933km unterbrochen von einer anstrengenden und außergewöhnlich guten Familienfeier, nun der erste eigentliche Urlaubstag. Ist es wahr, dass die Seele mit maximal 80 km/h reisen kann oder ist das das Alter. Es muss das Alter sein. Eine kurze Überschlagsrechnung zeigt, in 36 Stunden hätte meine Seele mehr als die dreifache Strecke zurücklegen können.
Die erste Nacht in Rufweite zur Nordsee war angenehm, die Betten ohne wesentlichem Grund zur Beanstandung. Gut, der Fernseher ist zu klein – selbst für einen Tatort. Das Einschlafen war nach 36 Stunden mit nur rund 4 Stunden Schlaf dazwischen weitaus weniger einfach, als erhofft. Viele Gedanken über die Verwandtschaft, die weit, weit weg wohnt und die ich seit rund 20 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Außergewöhnliche Menschen, die mir das gute Gefühl gegeben haben, nie weg gewesen zu sein. Eher noch haben sie suggeriert, ich hätte dort, über 400 Kilometer von der eigenen Heimat entfernt, noch eine zweite, eine Reserveheimat.
Nun heute also das erste Frühstück im lang herbeigesehnten Urlaub. Obwohl... lang herbeigesehnt hat ihn Annette, meine Frau. Ich selbst hätte (zumindest meiner subjektiven Einschätzung nach) keinen Urlaub gebraucht. So wie ich mich hier und jetzt aber fühle, brauche ich ihn vielleicht sogar noch dringender. Es wird sich zeigen. Ich bin frohen Mutes, wie man so schön sagt.
Das Frühstück war unspektakulär, bodenständig und gut. Hatte kräftigen Schwarztee. Schmeckt mir oft besser und zeitigt bei mir eine angenehmere Wirkung als der alltägliche Kaffee. Die Wirtin unserer Pension scheint mir ein angenehmer Mensch zu sein. Die anderen Gäste sind unaufdringlich und verzichtbar.
Urlaub mit den eigenen Eltern in der selben Pension, die Schwiegereltern nur 2 Kilometer weiter im Ferienhaus und die liebe Gattin keinen Meter entfernt. Habe ich schon erwähnt, dass ich gespannt bin, wie erholsam der Urlaub für mich wird?
Das Wetter hier ist ein eigenes Thema, das ich in künftigen Berichten von dieser Reise wenn möglich ausklammern werde. So oft, wie sich das binnen Stunden, manchmal Minuten, komplett ändern kann, ist es keiner Chronik würdig. Heute Morgen Novemberregen mit Herbstwind; eine Kombination, die mich mehr erfreut, als manch einer vielleicht vermuten würde. Kurz darauf Sommersonne, dann dazu dieser kräftiger Wind, der mich euphorisch macht, um mich schließlich mit einem kräftigen Regenguss vom Deich zu treiben.
Der Wind. Nicht so stetig, wie ich gehofft hatte. Habe mir heute Vormittag eine Lenkmatte (Drachenersatz) gekauft. Lässt sich leider nur mit Anstrengung steuern, böiger Wind mit kurzen Pausen macht ein erfülltes Drachen-Steigen-Lassen fast unmöglich. Viel Verdruss. Dann mein Vater, der sich während meines Kampfes mit den Elementen einen richtigen Lenkdrachen holt. Hätte ich auch machen sollen. Sein Drachen steigt auf (von mir gelenkt), dann ein scharfes „Klick“. Die linke Schnur scheint gerissen (es war dann aber der Befestigungsring an der Handschlaufe), der Drachen dreht sich in einer starken Böe mit über 150 RPM rechts um die eigene Achse. In dieser wenig eleganten Flugbewegung nähert er sich unaufhaltsam dem Boden. Die verbliebene rechte Schnur verheddert sich in einem Baum zwischen mir und dem Drachen. Ich bin gezwungen, stark nachzugeben, damit das Ding nicht im Baum hängen bleibt, sondern auf die wilde Wiese dahinter stürzen kann. Es beginnt zu regnen, mit zunehmender Tendenz. Die Regentropfen sind viel dramatischer als Zuhause. Ich bin enttäuscht, dass der wesentlich bessere Drachen keine 20 Sekunden in der Luft war, ehe er sich in wilden Kapriolen wieder Richtung Erde bewegte. Mein Vater ist verärgert, diagnostiziert einen Materialfehler und kündigt an, zu reklamieren.
Sonst nichts. Erholung ist gut. Keine Termine, kein Telefon. Warum auch. Es hätte keinen Sinn, würde nichts ändern. Heute Abend Essen im Ferienhaus der Schwiegereltern. Es gibt Granat mit Rührei und Schwarzbrot.
Jetzt gibt’s „Die Zeit“, welche mich mit einem Titel gelockt hat, der argwöhnen lässt, die Redakteure haben mein Tagebuch gelesen. Unverzüglich würde ich rechtliche Schritte einleiten, wenn ich Tagebuch führen würde. Danach ein ausgedehntes Nickerchen. Keine weiteren Aufgaben. Die nächsten Tage sind nicht geplant und werden, wenn es sich vermeiden lässt, auch weiter ungeplant kommen und sich einfach ereignen.
Urlaubstag 1(b):
Nach 2 Tagen Anreise, 933km unterbrochen von einer anstrengenden und außergewöhnlich guten Familienfeier, nun der erste eigentliche Urlaubstag. Ist es wahr, dass die Seele mit maximal 80 km/h reisen kann oder ist das das Alter. Es muss das Alter sein. Eine kurze Überschlagsrechnung zeigt, in 36 Stunden hätte meine Seele mehr als die dreifache Strecke zurücklegen können.
Die erste Nacht in Rufweite zur Nordsee war angenehm, die Betten ohne wesentlichem Grund zur Beanstandung. Gut, der Fernseher ist zu klein – selbst für einen Tatort. Das Einschlafen war nach 36 Stunden mit nur rund 4 Stunden Schlaf dazwischen weitaus weniger einfach, als erhofft. Viele Gedanken über die Verwandtschaft, die weit, weit weg wohnt und die ich seit rund 20 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Außergewöhnliche Menschen, die mir das gute Gefühl gegeben haben, nie weg gewesen zu sein. Eher noch haben sie suggeriert, ich hätte dort, über 400 Kilometer von der eigenen Heimat entfernt, noch eine zweite, eine Reserveheimat.
Nun heute also das erste Frühstück im lang herbeigesehnten Urlaub. Obwohl... lang herbeigesehnt hat ihn Annette, meine Frau. Ich selbst hätte (zumindest meiner subjektiven Einschätzung nach) keinen Urlaub gebraucht. So wie ich mich hier und jetzt aber fühle, brauche ich ihn vielleicht sogar noch dringender. Es wird sich zeigen. Ich bin frohen Mutes, wie man so schön sagt.
Das Frühstück war unspektakulär, bodenständig und gut. Hatte kräftigen Schwarztee. Schmeckt mir oft besser und zeitigt bei mir eine angenehmere Wirkung als der alltägliche Kaffee. Die Wirtin unserer Pension scheint mir ein angenehmer Mensch zu sein. Die anderen Gäste sind unaufdringlich und verzichtbar.
Urlaub mit den eigenen Eltern in der selben Pension, die Schwiegereltern nur 2 Kilometer weiter im Ferienhaus und die liebe Gattin keinen Meter entfernt. Habe ich schon erwähnt, dass ich gespannt bin, wie erholsam der Urlaub für mich wird?
Das Wetter hier ist ein eigenes Thema, das ich in künftigen Berichten von dieser Reise wenn möglich ausklammern werde. So oft, wie sich das binnen Stunden, manchmal Minuten, komplett ändern kann, ist es keiner Chronik würdig. Heute Morgen Novemberregen mit Herbstwind; eine Kombination, die mich mehr erfreut, als manch einer vielleicht vermuten würde. Kurz darauf Sommersonne, dann dazu dieser kräftiger Wind, der mich euphorisch macht, um mich schließlich mit einem kräftigen Regenguss vom Deich zu treiben.
Der Wind. Nicht so stetig, wie ich gehofft hatte. Habe mir heute Vormittag eine Lenkmatte (Drachenersatz) gekauft. Lässt sich leider nur mit Anstrengung steuern, böiger Wind mit kurzen Pausen macht ein erfülltes Drachen-Steigen-Lassen fast unmöglich. Viel Verdruss. Dann mein Vater, der sich während meines Kampfes mit den Elementen einen richtigen Lenkdrachen holt. Hätte ich auch machen sollen. Sein Drachen steigt auf (von mir gelenkt), dann ein scharfes „Klick“. Die linke Schnur scheint gerissen (es war dann aber der Befestigungsring an der Handschlaufe), der Drachen dreht sich in einer starken Böe mit über 150 RPM rechts um die eigene Achse. In dieser wenig eleganten Flugbewegung nähert er sich unaufhaltsam dem Boden. Die verbliebene rechte Schnur verheddert sich in einem Baum zwischen mir und dem Drachen. Ich bin gezwungen, stark nachzugeben, damit das Ding nicht im Baum hängen bleibt, sondern auf die wilde Wiese dahinter stürzen kann. Es beginnt zu regnen, mit zunehmender Tendenz. Die Regentropfen sind viel dramatischer als Zuhause. Ich bin enttäuscht, dass der wesentlich bessere Drachen keine 20 Sekunden in der Luft war, ehe er sich in wilden Kapriolen wieder Richtung Erde bewegte. Mein Vater ist verärgert, diagnostiziert einen Materialfehler und kündigt an, zu reklamieren.
Sonst nichts. Erholung ist gut. Keine Termine, kein Telefon. Warum auch. Es hätte keinen Sinn, würde nichts ändern. Heute Abend Essen im Ferienhaus der Schwiegereltern. Es gibt Granat mit Rührei und Schwarzbrot.
Jetzt gibt’s „Die Zeit“, welche mich mit einem Titel gelockt hat, der argwöhnen lässt, die Redakteure haben mein Tagebuch gelesen. Unverzüglich würde ich rechtliche Schritte einleiten, wenn ich Tagebuch führen würde. Danach ein ausgedehntes Nickerchen. Keine weiteren Aufgaben. Die nächsten Tage sind nicht geplant und werden, wenn es sich vermeiden lässt, auch weiter ungeplant kommen und sich einfach ereignen.
Freitag, 31. Dezember 2010
Rückblick, Vorschau oder was wäre wünschenswert?
Was könnte es Interessanteres geben als zu wissen, was die Zukunft bringt? Nun, bei ausreichend langer philosophischer Betrachtung kommen einem zumindest Zweifel, ob es wirklich so gut ist, genau zu wissen, was einen erwartet. Aber wichtig ist es schon, zumindest eine Ahnung davon zu haben, was einem bevorsteht, oder worauf es sich vorzubereiten gilt. Heute kaum mehr ein Problem, mit Wettervorhersage, Wirtschaftsprognosen und Terminkalendern.
Auch der Rückblick ist wichtig. Schließlich sollen gemachte Fehler nicht wiederholt werden, genutzte Chancen dürfen gefeiert, Verlorenes betrauert werden.
Aber diese beiden Blickrichtungen können uns auch täuschen. Schließlich ist die Vergangenheit nichts weiter, als in unserem Gehirn festgehaltene Sinneseindrücke. Wirklich existent ist sie nicht. Die Zukunft, der wir so viel Bedeutung beimessen, hat noch weit weniger Substanz, weil sie in allen ihren Ausprägungen ausschließlich Produkt unserer Fantasie ist. Alles nur Hirngespinste?
Natürlich nicht. Aber viele hängen in der Vergangenheit fest, oder sorgen sich um die Zukunft, gestalten ihr hektisches Leben nur in Vorbereitung auf kommende Zeiten, die dann wieder für die nächste Zukunft geopfert werden. Dabei vergessen wir nur all zu leicht, dass wir ausschließlich jetzt leben. Nun, das mag ernüchternd klingen, offenbart aber interessante Möglichkeiten.
So können wir uns einfach hinsetzten und uns unserer Existenz im Hier und Jetzt bewusst werden. Ein Bewusstsein dafür finden, was es bedeutet, nur im Hier und Jetzt leben und handeln zu können. Ganz gemäß dem Kirchenlied, das ermahnt "...jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt...".
Wenn ich schon beim Thema Kirche bin, dann kann ich gleich auch noch ein liebes Vorbild von mir anführen, der gesagt hat, dass weder die Blumen auf dem Felde, noch die Vögel im Himmel sähen oder ernten. Und doch sorge der Vater für sie.
Aber nein, es geht mir nicht um religiöse Schicksalsergebenheit, oder gar dogmatische Unterwerfung gegenüber der Obrigkeit. Auch in den Tag hinein zu leben, scheint mir nicht wünschenswert. Aber, dass wir uns der ständigen Sorge verschreiben, ist mindestens ebenso kontraproduktiv.
Mein Vorschlag für uns alle:
Lasst uns im Hier und Jetzt leben und handeln. Im Gedenken der Vergangenheit und mit Verantwortung für die Zukunft. Wer das mal ausprobiert, wird feststellen, was es heißt, das Leben zu spüren anstatt Vergänglichkeit und das Rasen der Zeit, die nichts als Bedauern hinterlässt.
Leben, statt Vergänglichkeit.
Leben, jetzt.
Einen guten Jahreswechsel!
Auch der Rückblick ist wichtig. Schließlich sollen gemachte Fehler nicht wiederholt werden, genutzte Chancen dürfen gefeiert, Verlorenes betrauert werden.
Aber diese beiden Blickrichtungen können uns auch täuschen. Schließlich ist die Vergangenheit nichts weiter, als in unserem Gehirn festgehaltene Sinneseindrücke. Wirklich existent ist sie nicht. Die Zukunft, der wir so viel Bedeutung beimessen, hat noch weit weniger Substanz, weil sie in allen ihren Ausprägungen ausschließlich Produkt unserer Fantasie ist. Alles nur Hirngespinste?
Natürlich nicht. Aber viele hängen in der Vergangenheit fest, oder sorgen sich um die Zukunft, gestalten ihr hektisches Leben nur in Vorbereitung auf kommende Zeiten, die dann wieder für die nächste Zukunft geopfert werden. Dabei vergessen wir nur all zu leicht, dass wir ausschließlich jetzt leben. Nun, das mag ernüchternd klingen, offenbart aber interessante Möglichkeiten.
So können wir uns einfach hinsetzten und uns unserer Existenz im Hier und Jetzt bewusst werden. Ein Bewusstsein dafür finden, was es bedeutet, nur im Hier und Jetzt leben und handeln zu können. Ganz gemäß dem Kirchenlied, das ermahnt "...jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt...".
Wenn ich schon beim Thema Kirche bin, dann kann ich gleich auch noch ein liebes Vorbild von mir anführen, der gesagt hat, dass weder die Blumen auf dem Felde, noch die Vögel im Himmel sähen oder ernten. Und doch sorge der Vater für sie.
Aber nein, es geht mir nicht um religiöse Schicksalsergebenheit, oder gar dogmatische Unterwerfung gegenüber der Obrigkeit. Auch in den Tag hinein zu leben, scheint mir nicht wünschenswert. Aber, dass wir uns der ständigen Sorge verschreiben, ist mindestens ebenso kontraproduktiv.
Mein Vorschlag für uns alle:
Lasst uns im Hier und Jetzt leben und handeln. Im Gedenken der Vergangenheit und mit Verantwortung für die Zukunft. Wer das mal ausprobiert, wird feststellen, was es heißt, das Leben zu spüren anstatt Vergänglichkeit und das Rasen der Zeit, die nichts als Bedauern hinterlässt.
Leben, statt Vergänglichkeit.
Leben, jetzt.
Einen guten Jahreswechsel!
Dienstag, 28. Dezember 2010
PID - Selektionsdiagnosgik oder was nun?
Es gibt viele Ansichten zur Prä-Implanatations-Diagnostik. Am witzigsten finde ich unter anderem die Theorie, dass wir (eine entsprechende Gottexistenz einmal vorausgesetzt) gegen den Willen Gottes verstoßen, wenn wir ihm ins Handwerk pfuschen...
Da stellt sich mir als spirituell orientiertem Agnostiker doch die Frage, woraus genau das Handwerk besteht, wenn fehlehafte Gensequenzen erschaffen werden. Freilich gibt's dann immer das Todschlagargument, Gottes Wege seien unergründlich. So könne es sich bei Abweichungen von der Gen-Norm um göttliche Prüfungen handeln. Als Humanist bezweifle ich derlei aber ernsthaft. Wenn überhaupt, dann schickt uns das Göttliche, was wir brauchen um die Probleme zu bewältigen. Jedenfalls nach meiner Erfahrung.
Aber das Thema ist mir im Grunde genommen viel zu komplex für einfache Lösungen und Antworten. Hier geht es doch nicht darum, Embrionen zu entsorgen, die nicht die gewünschte Haarfarbe aufweisen. Es geht um die Entscheidung, ob ich als Eltern gezwungen bin, einen Embrio einzusetzen, der nach der Befruchtung als schon Lebensfähiger Mensch abgetrieben (Tötung durch Zerstückeln) werden darf, wenn zum Beispiel das Downsyndrom vorhanden ist.
Das Deutsche Recht soll einer Mutter also verbieten, vor einer Implantation auf schwerwiegende Defekte prüfen zu lassen, während sie das Recht hätte, jederzeit nach entsprechender Fruchtwasseruntersuchung abzutreiben? Bescheuert!
Zumal die Fruchtwassertests für Kind UND Mutter lebensbedrohlich sein kann, auch wenn gar kein Problem vorhanden wäre.
Da stellt sich mir als spirituell orientiertem Agnostiker doch die Frage, woraus genau das Handwerk besteht, wenn fehlehafte Gensequenzen erschaffen werden. Freilich gibt's dann immer das Todschlagargument, Gottes Wege seien unergründlich. So könne es sich bei Abweichungen von der Gen-Norm um göttliche Prüfungen handeln. Als Humanist bezweifle ich derlei aber ernsthaft. Wenn überhaupt, dann schickt uns das Göttliche, was wir brauchen um die Probleme zu bewältigen. Jedenfalls nach meiner Erfahrung.
Aber das Thema ist mir im Grunde genommen viel zu komplex für einfache Lösungen und Antworten. Hier geht es doch nicht darum, Embrionen zu entsorgen, die nicht die gewünschte Haarfarbe aufweisen. Es geht um die Entscheidung, ob ich als Eltern gezwungen bin, einen Embrio einzusetzen, der nach der Befruchtung als schon Lebensfähiger Mensch abgetrieben (Tötung durch Zerstückeln) werden darf, wenn zum Beispiel das Downsyndrom vorhanden ist.
Das Deutsche Recht soll einer Mutter also verbieten, vor einer Implantation auf schwerwiegende Defekte prüfen zu lassen, während sie das Recht hätte, jederzeit nach entsprechender Fruchtwasseruntersuchung abzutreiben? Bescheuert!
Zumal die Fruchtwassertests für Kind UND Mutter lebensbedrohlich sein kann, auch wenn gar kein Problem vorhanden wäre.
Montag, 6. Dezember 2010
Da bahnt sich was an...
Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich gewisse Unternehmen und Funktionen zumindest für die Grundversorgung in öffentlicher, also staatlicher Hand sehen will. Das betrifft zum Beispiel Sicherheit (Polizei), Versorgung mit Strom, Wasser, Wärme, Bildung und bestimmte Verwaltungsbereiche.
Auch was den Nah- und Fernverkehr betrifft, sehe ich die Gemeinschaft / den Staat in der Pflicht, für seine Bürger eine Grundversorgung zu garantieren. Sodass ich die Möglichkeit habe, zu reisen auch wenn ich kein Auto anschaffen will oder kann.
Aber die Meldung, dass die Bahnstrecke München - Rosenheim - Salzburg ab 2013 an den französischen Betreiber der Bayerischen Oberlandbahn geht, hat mich zumindest mit ein bisschen mit Schadenfreude erfüllt...
Wenn ich die Strecke mit der Bahn fahre, dann freue ich mich immer wie ein kleines Kind, wenn mal ein moderner Regionalzug unterwegs ist. Zu den Zeiten, die ich fahre, scheinen aber fast ausschließlich uralte Züge aus den gefühlten 40er Jahren unterwegs zu sein.
Die Aussentüren sind für Alte und Kinder oft kaum zu öffnen, die Abteiltüren arbeiten mit ihrer Automatik vor allem gegen den Fahrgast, die Sitze sind so umbequem, dass man meinen könnte, sie dienten dem Zweck, den Fahrgast vom sitzenbleiben abzuhalten. Das Zugpersonal taucht nur selten auf, was bei mir komischer Weise dazu führt, dass ich mich ungerecht behandelt fühle, weil ich als zahlender Kunde nicht kontrolliert werde...
Nun kommt also die BOB - die Bayerische Oberlandbahn - zum Zuge (im wahrsten Wortsinne). Die haben wohl ein preislich recht agressives Angebot gemacht, mit dem die Bahn nicht habe mithalten können oder wollen. Und jetzt zeigt sich die Bahn enttäuscht!!! Das nervt.
Entweder, die Bahn steht zu ihrem angestrebten Status als privatwirtschaftliches Unternehmen, oder sie bleibt in staatlicher Hand als ein Betrieb, der einen Versorgungsauftrag erfüllt ohne Anspruch auf Gewinnerzielung... Oder aber sie macht privatwirtschaftliche Angebote.
Der französische Konzern Violia bietet doch nicht mehr Geld und neue Züge und ständige Zugbegleitung, wenn sich auf der Strecke kein Gewinn erzielen lässt. Warum ist die Bahn nicht selbst auf die Idee gekommen, moderne Züge und mehr freundliches Personal einzusetzen? Nein, die lassen ihre Kunden lieber im Winter frieren, im Sommer schwitzen und im Regen stehen... :-(
Ich freue mich auf die BOB in meiner Region, weil diese Firma auf den Strecken, die sie bereits bedient, einen ausserordentlich guten Service liefert und die Pendler sehr zufrieden sind mit Technik, Preis und Service...
Was will man mehr.
Auch was den Nah- und Fernverkehr betrifft, sehe ich die Gemeinschaft / den Staat in der Pflicht, für seine Bürger eine Grundversorgung zu garantieren. Sodass ich die Möglichkeit habe, zu reisen auch wenn ich kein Auto anschaffen will oder kann.
Aber die Meldung, dass die Bahnstrecke München - Rosenheim - Salzburg ab 2013 an den französischen Betreiber der Bayerischen Oberlandbahn geht, hat mich zumindest mit ein bisschen mit Schadenfreude erfüllt...
Wenn ich die Strecke mit der Bahn fahre, dann freue ich mich immer wie ein kleines Kind, wenn mal ein moderner Regionalzug unterwegs ist. Zu den Zeiten, die ich fahre, scheinen aber fast ausschließlich uralte Züge aus den gefühlten 40er Jahren unterwegs zu sein.
Die Aussentüren sind für Alte und Kinder oft kaum zu öffnen, die Abteiltüren arbeiten mit ihrer Automatik vor allem gegen den Fahrgast, die Sitze sind so umbequem, dass man meinen könnte, sie dienten dem Zweck, den Fahrgast vom sitzenbleiben abzuhalten. Das Zugpersonal taucht nur selten auf, was bei mir komischer Weise dazu führt, dass ich mich ungerecht behandelt fühle, weil ich als zahlender Kunde nicht kontrolliert werde...
Nun kommt also die BOB - die Bayerische Oberlandbahn - zum Zuge (im wahrsten Wortsinne). Die haben wohl ein preislich recht agressives Angebot gemacht, mit dem die Bahn nicht habe mithalten können oder wollen. Und jetzt zeigt sich die Bahn enttäuscht!!! Das nervt.
Entweder, die Bahn steht zu ihrem angestrebten Status als privatwirtschaftliches Unternehmen, oder sie bleibt in staatlicher Hand als ein Betrieb, der einen Versorgungsauftrag erfüllt ohne Anspruch auf Gewinnerzielung... Oder aber sie macht privatwirtschaftliche Angebote.
Der französische Konzern Violia bietet doch nicht mehr Geld und neue Züge und ständige Zugbegleitung, wenn sich auf der Strecke kein Gewinn erzielen lässt. Warum ist die Bahn nicht selbst auf die Idee gekommen, moderne Züge und mehr freundliches Personal einzusetzen? Nein, die lassen ihre Kunden lieber im Winter frieren, im Sommer schwitzen und im Regen stehen... :-(
Ich freue mich auf die BOB in meiner Region, weil diese Firma auf den Strecken, die sie bereits bedient, einen ausserordentlich guten Service liefert und die Pendler sehr zufrieden sind mit Technik, Preis und Service...
Was will man mehr.
Donnerstag, 2. Dezember 2010
Der wöchentliche Wahnsinn
Es ist so weit. Ich bin verheiratet.
Nein, es hat nicht weh getan. Auch habe ich nicht im Vorfeld Panik oder sonst wie kalte Füße bekommen. Im Gegenteil: es fühlt sich hervorragend an. Es ist wahnsinnig spießig und daher auch unendlich beruhigend :-) Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, es ist empfehlenswert!! Alle anderen Lebensmodelle haben sich nicht oder nur in Ausnahmefällen bewährt.
Aber eigentlich geht's um was ganz anderes: ich werde es tun... Jetzt, nachdem ich ein vollkommen neues Leben begonnen habe (mit anstehenden unglaublichen Abenteuern, von denen wahrscheinlich über Kurz oder Lang auch hier zu berichten ist), werde ich regelmäßig - wöchentlich Kommentare und Bewertungen von Ereignissen, die mich, mein Leben, oder zumindest meine Interessen tangieren, absondern. Ja, wöchentlich.
Das ist eine große Herausforderung, weil ich ein Paradebeispiel für einen Menschen bin, der unter Prokrastination leidet. "Verschieberitis" wird diese Störung auch genannt.
Auch darüber gibts sicher noch einiges zu schreiben. Auf jeden Fall bin ich gespannt :-)
Bis dann!
CH
Nein, es hat nicht weh getan. Auch habe ich nicht im Vorfeld Panik oder sonst wie kalte Füße bekommen. Im Gegenteil: es fühlt sich hervorragend an. Es ist wahnsinnig spießig und daher auch unendlich beruhigend :-) Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, es ist empfehlenswert!! Alle anderen Lebensmodelle haben sich nicht oder nur in Ausnahmefällen bewährt.
Aber eigentlich geht's um was ganz anderes: ich werde es tun... Jetzt, nachdem ich ein vollkommen neues Leben begonnen habe (mit anstehenden unglaublichen Abenteuern, von denen wahrscheinlich über Kurz oder Lang auch hier zu berichten ist), werde ich regelmäßig - wöchentlich Kommentare und Bewertungen von Ereignissen, die mich, mein Leben, oder zumindest meine Interessen tangieren, absondern. Ja, wöchentlich.
Das ist eine große Herausforderung, weil ich ein Paradebeispiel für einen Menschen bin, der unter Prokrastination leidet. "Verschieberitis" wird diese Störung auch genannt.
Auch darüber gibts sicher noch einiges zu schreiben. Auf jeden Fall bin ich gespannt :-)
Bis dann!
CH
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